Backpacking Sydney – Zwischen Luxus und Natur

Backpacking Sydney – Zwischen Luxus und Natur

 

Emotionale Momente

Unter Schock

Ankunft in der Metropole Sydney und der Schock zum gebuchten Hostel sitzt tief. Aus Fehlern lernt man, so auch in diesem Fall: Einfach blauäugig das erstbeste Angebot auf Booking.com * wahrnehmen und hoffen, dass alles prima ist. Für 30 AUS-Dollar die Nacht in einer Absteige landen und sich unwohl fühlen. Sauberkeit ist ein absolutes Fremdwort. Der Anblick der Gemeinschaftstoiletten ist extrem beunruhigend und Auslöser für die Stornierung der letzten Nächte. Der Gedanke ans weniger Trinken und Essen, um die Toiletten nicht benutzen zu müssen, bringt uns zum Lachen. In diesen Situationen gut gelaunt zu bleiben, scheint Gold wert. Die schlaflose Nacht dient dem Debattieren über mögliche Alternativen zum Hostel, denn so kann es nicht weiter gehen.

Couchsurfing ist eine Möglichkeit. Von Absagen geplagt stehen die Chancen auf einen freien Schlafplatz nicht auf unserer Seite. Zu kurzfristig ist die Anreise am nächsten Tag. Mit Airbnb „weltweit Zuhause“ lautet der Slogan dieser Online-Community. Klingt spannend und ist einfach. Fix ein Profil erstellen und Gastgeber kontaktieren. Dabei sticht Leons Wohnung und seine positiven Bewertungen ins Auge. Mit der Bestätigung von Leon hat das Grauen später am Abend ein Ende. Die letzte Nacht im Hostel dient nochmal der Abhärtung auf kommende Absteigen. Die Vorfreude ist groß und die Anspannung wie weggeblasen. Entspannung und Zufriedenheit liegen in der Luft.

 

Backpacking Sydney - Reisegeschichten von Aussteigern
Ungeahnte Abenteuer beim Backpacking Sydney

Luxus für Backpacker

Unser erster Airbnb Gastgeber Leon wohnt mitten in der Innenstadt. Den Schlüssel zur Wohnung finden wir nach einem Telefonat in einem Versteck. Nach Betreten der Wohnung, taucht ein seltsames Gefühl auf. Allein in einer fremden Wohnung zu sitzen, dessen Besitzer unbekannt ist, scheint irgendwie eigenartig. Die Wohnung ist stilvoll eingerichtet und macht einen edlen Eindruck. Neben einem hochwertigen Design ist alles nagelneu.

Die erste Nacht ist ein Genuss und das komfortable Bett unglaublich bequem. In letzter Zeit dienten eher Sofas statt Betten als Schlafplatz. Das ist eben Teil des großen Reise-Abenteuers. Backpacking Sydney – Eine dekadente und luxuriöse Erfahrung. Am nächsten Morgen wachen wir allein in der Unterkunft auf. Leon hat die Nacht scheinbar woanders verbracht. Er muss aber kurz anwesend gewesen sein, denn der Geschirrspüler läuft. Ohne zu wissen, wer Leon ist oder wann er sich vorstellt, geben wir ihm lächelnd den Namen „Das Phantom“. Er hinterlässt seine Spuren, zeigt sich aber nicht. Nach einem kurzen Frühstück bereiten wir uns für den Tag vor und gehen in die Stadt. Ein ungewisser Start in Australiens größter Stadt. Leon vertraut seinen Gästen anscheinend blind.

 

Backpacking Sydney - Reisegeschichten von Aussteigern
Backpacking Sydney – Reisegeschichten von Aussteigern

Backpacking Sydney – Anblick zum Staunen

Am nächsten Tag steht der berühmte Bondi Beach auf dem Tagesplan. Um möglichst viel von Sydney und seinen Menschen zu erleben, laufen wir die zwei Stunden bis zum Strand spontan zu Fuß. Als Belohnung liegen Parks und Seen direkt auf dem Weg. Kakadus, Papageien und andere Tiere lassen sich Hautnah bewundern und scheinen an den Menschen gewöhnt zu sein. Die Sonne lacht am strahlend blauen Himmel, die Vögel zwitschern und die Grillen zirpen. Ein gelungener Tag in Sydney. Glück und Zufriedenheit macht sich breit. Backpacking Sydney – Wunderbare Momente in der Natur.

 

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Backpacking Sydney – Gelbhauben-Kakadus in freier Wildbahn 

Kurz vor Ankunft am Bondi Beach sticht uns ein Backpacker Hostel auf der anderen Straßenseite ins Auge. Die Lage ist ideal für Surfer, Taucher und Menschen, die den Strand lieben. Den bekannten Alltagstrott in Deutschland gegen das unbekannte Abenteuer eingetauscht zu haben, zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter. Nach einer zweistündigen Wanderung ist das Ziel erreicht. Ein atemberaubender Ausblick auf das Meer, den Strand und die Klippen. WOW. Die Brandung schlägt gegen die Felsen, die Stimmung ist super und die Luft erfrischend. Surfer werden eins mit den Wellen, schöne Menschen relaxen am Wasser und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Nach einer Weile sinkt die Sonne am Horizont und der Strand ist Menschenleer.

 

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Wellenreiten am Bondi Beach in Sydney

Die Opal Card muss her!

Aufgrund der Dunkelheit, scheint der Bus sich förmlich aufzudrängen, um auf einfachstem Weg zurück in die Stadt zu gelangen. Nach Betreten des Busses, stehen wir dem Busfahrer leider machtlos gegenüber. In Sydney kann man wohl nicht in allen Bussen ein Ticket kaufen. Warten auf den nächsten Bus der hoffentlich kommen mag. Buspläne oder Informationen sind Fehlanzeige am Bondi Beach.

Später am Abend an der gefüllten Metrostation Bondi Junction ist es Zeit für die Opal Card. Die Karte wird in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Sydney akzeptiert und funktioniert wie eine Pre-Paid-Karte. Online oder am Automaten aufladen und bei jeder Fahrt am Kartenleser ein- und auschecken. Durch die Opel-Card wird das Reisen innerhalb der Stadt einfacher und es spart Geld, denn die Fahrten mit der Karte sind billiger. Backpacking Sydney – Abenteuer Großstadt. Angekommen in der Bahn fällt auf, dass die Lehnen der Sitzbänke umklappbar sind. Aus jeder Sitzgruppe kann eine Zweier- oder bei Bedarf durch Umklappen eine Vierer-Sitzreihe gebaut werden. Eine praktische und clevere Erfindung.

 

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Backpacking Sydney – Bootsfahrt im Hafen von Sydney

Begegnung mit dem Phantom

Zurück in der Wohnung stellt sich Leon endlich vor. Ein durchtrainierter Riese begrüßt uns nett mit einem Lächeln auf den Lippen. Die landestypische Begrüßung „Good-Day“ wirkt sympathisch und sexy. Leon macht einen guten ersten Eindruck. Angestellt bei der australischen Army, reist er manchmal vier Wochen am Stück quer durch Australien. Das kommt oft unvorhergesehen und sehr spontan. Die Australier sind offen, interessiert und immer für einen Smalltalk zu haben. Backpacking Sydney – Nette Begegnungen.

Leons Wohnung schmücken Bilder mit Truppen aus der australischen Armee in Afghanistan und dem Irak. Bilder von schwer bewaffneten Soldaten mit riesigem Helikopter im Hintergrund. Solche Bilder wirken erschreckend, sind aber Realität in Zeiten von Terror und Gewalt. In den Medien erscheint der Wahnsinn von Gewalt und Krieg in weiter Ferne, aber im Zuhause von Leon, ist alles plötzlich unglaublich nah. Beim genauen Betrachten der Bilder, stockt uns für einige Sekunden der Atem.

Ein Wechsel der Unterkunft innerhalb einer Stadt bringt neben neuen Eindrücken auch unbekannte Facetten der Stadt ans Tageslicht. Ein Randbezirk von Sydney erweckt dabei das Augenmerk. Am Waldrand gelegen, scheint es der perfekte Gegensatz zur Innenstadt Wohnung zu sein. Nicht im Zentrum der Stadt, aber gut erreichbar mit dem Bus. Vorfreude auf die neue Bleibe macht sich breit.

 

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Backpacking Sydney – Abendliches Treiben im Hafen von Sydney

Backpacking Sydney – Abenteuer Natur

Am nächsten Tag steht der Umzug vom Zentrum in das Randgebiet an. Bepackt mit Rucksack und Abenteuerlust geht es los in den Busch. Am prachtvollen Rathaus vorbei führt der Weg an den grünen Rand der Stadt. Ein freundlicher, gut-genährter Airbnb-Gastgeber Mitte 50 steht im Vorgarten und stellt sich als Jerome vor. Beim lustigen Kennenlernen in der Küche, lädt er uns spontan zum Mitfahren ein. Mit Einheimischen durch Australien zu fahren, ist eine willkommene Abwechslung. Die 1,5 Stunden Autofahrt vergehen lachend wie im Flug. Backpacking Sydney – Spontan ist immer gut.

Angekommen am unscheinbaren Ort verabschiedet sich Jerome zu einem Termin und wir nutzen die Gelegenheit, um die Gegend zu erkunden. Ein Schild mit der Aufschrift: „Brot und Wurstladen“ erregt Aufmerksamkeit. Der Besitzer kommt ursprünglich aus Deutschland und stellt seine eigene deutsche Wurst in Australien her. Typisch deutsche Spezialitäten wie Marmelade, Brezeln und Kuchen laden zum Schlemmen ein. Eine eigenartige Erfahrung in einem so kleinen Ort in Australien.

 

Wetterumschwung

Nach dem Verlassen vom „Brot und Wurstladen“ regnet es in Strömen. Mit Regenjacken und Regencapes verdirbt das aber nicht die gute Laune. Beim Spaziergang durch den Regen wird uns bewusst, dass sich die lange Vorbereitungsphase auf die Weltreise ausgezahlt hat. Die Rückfahrt nach Sydney verläuft ähnlich amüsant wie die Hinfahrt. Nach einem Stop im Alkohol-Shop und anschließend im Supermarkt sind wir wieder im ruhigeren Stadtteil von Sydney. Alkohol gibt es in Australien ausschließlich in Alkohol-Shops zu kaufen und nicht im Supermarkt.

Jerome ist Chef eines Internetradiosenders und ein Mitarbeiter von ihm wohnt zurzeit auch mit im Haus. Nach der letzten luxuriösen Unterkunft hat Jeromes Reich einen altmodischen und einfachen Charme. Ein Haus am See, mitten im Wald. Natur pur und ein absoluter Traum für Outdoor-Fans. Wanderwege führen durch den wenig belebten australischen Busch und trotzdem ist man nach einer 30-minütigen Busfahrt in der Innenstadt von Sydney. Traumhafte Aussichten für ein vielfältiges Leben in Australien.

 

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Backpacking Sydney – Wandern durch den abgelegenen Busch am Rande der Stadt.

Hirngespinste

Bei Bier und Wein nimmt der Abend anfangs einen gemütlichen Verlauf. Als die Nadel des Alkoholpegels später am Abend am Anschlag steht, kommen verborgene Gedanken ungeahnt ans Licht. Jerome nutzt unerwartet Alex seine Abwesenheit und offenbart Katha, was er für sie empfindet. Dieses Aufeinandertreffen sei Schicksal und Jerome sei der richtige Mann für Katha. Die Hirngespinste einer gemeinsamen Zukunft mit Haus und Kindern in Reichtum wirken erschreckend detailliert. Der Abend wendet sich plötzlich vom Guten in etwas Unheimliches. Beängstigende Gefühle und Unsicherheit fordern zum Nachdenken und schnellen Handeln auf. Als Jerome kurz austritt und in seinen Vorgarten verschwindet, erhebt sich Katha und handelt wie ferngesteuert. Ohne Sichtkontakt dafür mit Sicherheitsabstand verabschiedet sie sich im Dunkel der Nacht mit einem fluchtartigen „Good Night“. Durchatmen und runter kommen.

Überwältigt von den Vorkommnissen bricht Katha im Zimmer in Tränen aus und berichtet von dem schockierenden Erlebnis. Das sind nicht die Erwartung an einen heiteren Trinkabend. Wir verschließen zur Sicherheit die Tür. Am nächsten Morgen ist Abwarten angesagt. Vorschnell eine Entscheidung zum Auszug zu treffen, kann die Situation zum Eskalieren bringen. Nach einer Nacht voller Albträume und Sorgen treffen wir am nächsten Morgen auf den total verkaterten Jerome in der Gemeinschaftsküche. Von seiner Offenbarung am gestrigen Abend scheint er nichts mehr zu wissen, denn er ist nach wie vor nett und gesprächig. Aufgeregt berichtet er von Ausflugszielen in Sydney und bietet eine Führung durch den Busch für nächsten Morgen an. Alkohol verändert den Menschen, das wird gerade mehr als klar. Das offene Gespräch vermeiden und nur noch zu zweit auftreten scheint aktuell die Lösung zu sein. In drei Tagen steht der Umzug in eine neue Bleibe an. Bis dahin heißt es die grüne Umgebung genießen und jeden Morgen vom wohltuenden Vogelgezwitscher wecken lassen.

 

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Backpacking Sydney – Unberührte Natur im Buschland von Sydney

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Die Namen der Personen wurden von uns geändert.

 

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